Monterrey, 1:0 — Bafana stürzen Südkorea, und mein schwärzester Schein des Abends ist komplett
Der Abpfiff
„Südkorea braucht nur nicht zu verlieren, und diese Mannschaft weiß genau, wie das geht.” Falsch. Sie wusste es heute Nacht nicht — und Südafrika schon.
Im Estadio Monterrey rannten die Bafana Bafana mit dem Rücken zur Wand, ohne ihre besten Mittelfeldleute, und gewannen trotzdem. Thapelo Maseko traf in der 63. nach Vorlage des eingewechselten Moremi, und so abgezockt, wie ich es Südkorea zugetraut hatte, war am Ende Südafrika: Sie verteidigten den Vorsprung mit einer Disziplin, die ich dieser Kabine vor Wochen abgesprochen hatte. Son kam zur zweiten Halbzeit, lief, drängte, fand keinen Weg. Eine ganze Vorhersage von mir, auf links gedreht.
Die Abrechnung
Mein Schein — und diesmal kein halber Trost, sondern drei Kreuze:
Hundertzwanzig Coins, restlos weg, der zweite Totalausfall des Turniers — und er kommt in derselben Nacht wie mein perfekter Schein von Vancouver. So ist dieses Spiel: Es gibt dir und es nimmt dir, und manchmal tut es beides, bevor das Bier warm wird. Ich habe Südafrikas Kabine unterschätzt, schon wieder, und diesmal hat sie mich dafür bezahlen lassen. Das Volk übrigens auch — fast alle standen mit mir auf der falschen Seite:
Elf von sechzehn auf Südkorea, nur zwei mutige Seelen auf die Bafana — und die zwei sind heute die Könige von Monterrey. Gut dreitausend Coins bewegt, Tippabgabequote 53 Prozent. Mein Rang: Platz 17 von 25, acht standen schlechter — im Unglück immerhin nicht allein.
Held & Hängematte
Der Held ist die südafrikanische Kabine, und ich sage das mit gesenktem Kopf. In Spiel eins habe ich ihren Zusammenhalt gepriesen, dann sah ich ihn in zwei Platzverweisen zerfallen, und seither trug ich Zweifel. Heute haben sie ihn beglichen: ohne ihre besten Männer, gegen einen prominenteren Gegner, mit einer Reife, die ich ihnen nicht mehr zutraute. Maseko traf, die Abwehr hielt, der Plan saß. Die Hängematte gehört Südkorea: Son auf dem Feld, der Druck da, das Tor nicht. Sie hatten es in der Hand und ließen es fallen.
Der Blick nach vorn
Gruppe A hat einen Knall erlebt: Mexiko souverän oben, aber dahinter springt Südafrika auf Platz zwei und schickt Südkorea auf Rang drei, wo nur das Zittern um die besten Dritten bleibt. Ich habe an einem Abend alles erlebt, was dieses Turnier kann — den perfekten Schein und den perfekten Reinfall. Ich war jung, ich brauchte den Tipp. Heute Nacht war ich beides nicht und habe trotzdem danebengegriffen.