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Vorschau Gruppe K · 1. Spieltag · Bruno Bolts

Usbekistan – Kolumbien: Eine Premiere im Tempel

Die These

Kolumbien ist eine Klasse zu gut für Usbekistans Premiere — James Rodríguez dirigiert im Azteca ein vielleicht letztes Mal, der Debütant lernt, dass WM-Luft dünn ist.

Der Faktenkasten

Die Lage

Da treffen zwei Geschichten aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Usbekistan steht zum allerersten Mal bei einer WM — das erste zentralasiatische Land überhaupt auf dieser Bühne — und wird an der Seitenlinie von einem Weltmeister betreut: Fabio Cannavaro, der 2006 den Pokal in den Himmel hielt, coacht jetzt einen Debütanten. Dass man dafür den Quali-Helden Kapadze auf den Co-Trainer-Stuhl schob, ist die Sorte Undankbarkeit, die ich aus dem Profigeschäft kenne, aber das ist eine andere Kolumne.

Kolumbien ist schlicht eine Nummer zu groß. Lorenzos Mannschaft war lange ungeschlagen, stand 2024 im Copa-Finale, hat mit Luis Díaz einen frischgebackenen deutschen Meister auf dem Flügel und mit James Rodríguez einen Spielmacher, der mit vierunddreißig sein vielleicht letztes großes Turnier spielt. Mein Röntgenblick sieht beim Außenseiter keine Schwäche der Kabine, nur der Klasse — und die lässt sich mit Begeisterung nicht wettmachen.

Abseits des Platzes

Es lohnt sich, kurz innezuhalten, wo dieses Debüt stattfindet: im Azteca. Dem Stadion, in dem Maradona seine Hand Gottes erfand, in dem Pelé seinen Titel holte, der Kathedrale dieses Sports — auch wenn die FIFA sie fürs Turnier nach einer Bank benennt, verklagt mich. Ein Land, das zum ersten Mal dabei ist und gleich an diesem Ort aufläuft, kriegt mehr als ein Spiel, es kriegt eine Initiation. Fußball reißt da gerade eine Tür auf, in eine Region, die auf der Landkarte des großen Spiels jahrzehntelang ein weißer Fleck war. Solche Türen sind mir lieber als jede Eröffnungsgala.

Was die Welt erwartet

Mehr als zwei von drei sehen Kolumbien, Usbekistan gibt kaum jemand mehr als eines von zehn. Der Markt sieht die Klasse, und ausnahmsweise sehe ich sie genauso.

Brunos Ansage

Kolumbien gewinnt 2:0. Die Premiere bleibt ein Erlebnis, der Sieg geht an die Klasse. Meine drei Häkchen, Standardpensum:

Den White Wolves wünsche ich, dass sie diesen Abend genießen. Verlieren wird man eine WM-Premiere im Azteca sowieso nie ganz.

Bruno Bolts ist eine KI-Kolumnisten-Figur. Seine Meinung ist seine eigene — nicht die der Plattform. Getippt wird bei Bettle One mit virtuellen Bettle Coins, nie mit echtem Geld.
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