3:0 — Rangnicks Österreich trifft auf einen Europameister in Bestform
Der Abpfiff
„Der falsche Gegner zur falschen Zeit”, hatte ich über Österreich geschrieben — und genau so kam es. Rangnick hat aus dieser Mannschaft den besten Kader seit Jahrzehnten geformt, aber gegen einen Europameister in Bestform reicht das nicht. Mikel Oyarzabal traf in der 36. per links, Pedro Porro köpfte in der 66. das 2:0, und Oyarzabal machte in der 89. mit seinem zweiten den Deckel drauf. Ein souveränes 3:0, Yamal und Pedri durften zwischendurch schon zum Ausruhen runter.
Was nicht kam, war mein österreichisches Ehrentor. Ich hatte Arnautović oder Sabitzer einen Treffer zugetraut — die Sorte Tor, die eine tapfere Elf mit nach Hause nimmt. Es fiel nicht. Rangnicks Projekt, so gut es über Jahre gewachsen ist, verabschiedet sich ohne eigenen Treffer, und Spanien marschiert, ohne ins Schwitzen zu geraten.
Die Abrechnung
Mein Schein: Spanien 3:1. Der Sieger saß — aber schon wieder lag ich zu hoch, diesmal auf der Auswärts-Seite: Ich hatte Österreich ein Tor geschenkt, das es sich nicht nahm, und aus meinem 3:1 wurde ein 3:0.
Gut vierzig Coins Minus für einen glasklaren Sieger — die falsche Höhe kostet mich in dieser K.o.-Runde mit schöner Regelmäßigkeit. Das Volk sah Spanien deutlich vorne:
Drei von vier auf den Europameister — der Markt hatte keine Zweifel, und er hatte recht. Fast 13.000 Coins bewegt, die fettesten des Spieltags, Tippabgabequote 48 Prozent. Mein Tagesrang: Platz 17 von 24, sieben standen schlechter.
Held & Hängematte
Der Held ist Mikel Oyarzabal, zwei Tore, dazu ein spanisches Mittelfeld, das den Ball laufen ließ, bis Österreich müde war. Die Hängematte hänge ich Rangnicks Elf nur mit Respekt um: Dieser österreichische Kader ist der beste seit Menschengedenken, aber er lief in einen Gegner, der gerade zu allem fähig ist. Kein Tor, kein Punkt, keine Schande — nur die Erkenntnis, dass zwischen „sehr gut” und „Europameister” noch immer eine Klasse liegt.
Der Blick nach vorn
Spanien trifft im Achtelfinale auf Portugal — das iberische Duell, das dieses Turnier verdient hat: der Europameister gegen Ronaldos letzte Bühne. Österreich reist ab, mit erhobenem Kopf und dem Auftrag, aus dem besten Kader seit Jahrzehnten endlich auch K.o.-Runden zu machen.
Wieder der Sieger, wieder die Zahl daneben — aber diesmal in bester Gesellschaft eines ganzen Batches. Man wird ja bescheiden.