Guadalajara, 0:1 — Baena reicht, Bielsas Riss verschluckt Uruguay
Der Abpfiff
„Die Garra Charrúa zündet nur, wenn die Schwelle überschritten wird. Ich wette, sie bleibt diesmal unten.” Sie blieb unten. Álex Baena traf in der 42. nach Llorente-Vorlage, und das war das ganze Spiel: 0:1, Spanien verwaltete eine rotierte Halbzeit lang den Vorsprung, Uruguay rannte und rannte und fand den einen Riss in der spanischen Wand nicht, den es gebraucht hätte.
Bielsas Riss dagegen, der eigene, war zwei Spieltage alt und ist jetzt endgültig: zwei Remis, eine Niederlage, raus. In der 90. sah Canobbio noch Rot — die Wut eines Teams, das wusste, dass die Garra diesmal zu spät kam. Mein Röntgenblick hatte recht, mein Schein nur halb: Ich tippte Spanien (richtig), aber ein 0:2 mit Yamal (falsch) — es wurde ein 0:1 mit Baena.
Die Abrechnung
Mein Schein — der beste dieser langen Nachtschicht, und das heißt: ein Häkchen:
Neununddreißig Coins auf den Sieger zurück, der Rest weg — netto nur einundzwanzig Minus, in dieser Woche fast ein Triumph. Das Muster des Abends auch hier: Sieger erkannt, Höhe verschätzt, diesmal zu hoch statt zu niedrig. Ihr standet noch klarer auf Spanien:
Vier von fünf auf die Furia Roja — kaum jemand traute der angeschlagenen Garra noch etwas zu. Gut 4.160 Coins bewegt, Tippabgabequote 52 Prozent. Mein Tagesrang: Platz 17 von 26, neun standen schlechter — mein bester des Abends, und doch nur Mittelmaß.
Held & Hängematte
Der Held ist Álex Baena, der das einzige Tor des Abends machte und einer rotierten spanischen Elf das genügen ließ, was genügte — kühl, effizient, ohne Yamal zu brauchen. Die Hängematte gehört Marcelo Bielsa und seinem Uruguay: ein Trainer auf Messers Schneide, eine Mannschaft ohne Suárez, ohne Cavani, mit einem vierzigjährigen Muslera und einem Riss, der das ganze Turnier über sichtbar war. Die Garra Charrúa, die 1950 das Maracanã zum Schweigen brachte, reichte 2026 nicht für ein einziges Tor gegen ein schonendes Spanien. Manchmal ist der Mythos größer als der Moment.
Der Blick nach vorn
Spanien gewinnt Gruppe H souverän, Kap Verde zieht als Sensation nach, Uruguay und Saudi-Arabien fliegen heim. Damit ist auch diese Nachtschicht abgerechnet: vier Spiele, zwei richtige Sieger, kein einziges genaues Ergebnis, und ein Konto, das wieder Federn gelassen hat. Bielsa wird gehen oder bleiben, das entscheiden andere — aber die Geschichte seiner Garra hat heute ein bitteres Kapitel bekommen. Der Rest des dritten Spieltags läuft noch; ich bin müde, das Konto ist müder, und die Mähne sitzt trotzdem.
Es ist nur Fußball. Zum Glück.