Foxborough, 1:4 — die B-Elf, die ich für holprig hielt, schießt Norwegen vom Platz
Der Abpfiff
„Frankreich gewinnt, aber knapp”, hatte ich geschrieben. „Reservisten sind vorsichtiger, holpriger.” Falsch, und zwar herrlich falsch. Diese rotierte französische Elf war so holprig wie ein frisch verlegtes Parkett: Ousmane Dembélé traf in der 7., der 20. und der 32. — ein Hattrick vor der Pause, zweimal aufgelegt von Mbappé —, und das angebliche Schaufenster-Spiel war zur Halbzeit entschieden.
Norwegen kam durch Aasgaard noch auf 1:2 heran und hatte in der 50. sogar den Elfmeter zum Anschluss auf dem Fuß — Strand Larsen verschoss. Statt 2:3 wurde es 1:3 durch Dembélé und am Ende 1:4 durch Doués Kopfball in der Schlussminute. Und das groß angekündigte Haaland-gegen-Mbappé-Torduell? Beide blank. Der Mann des Abends hieß Dembélé, und auf den hatte ich kein Wort verschwendet.
Die Abrechnung
Mein Schein — der Sieger saß, der Rest war zu zaghaft gedacht:
Ein Häkchen, gut zwanzig Coins auf den Sieger zurück, der Rest weg — netto knapp vierzig Minus. Ich hatte die Klasse erkannt und ihr trotzdem nur ein einziges Tor zugetraut. Wer den Sieger kennt, kennt eben noch lange nicht das Ergebnis — diese alte Lehre zahle ich diese Woche im Wochenabo. Ihr lagt mehrheitlich richtig auf Frankreich:
Zwei von drei auf die Équipe — die Mehrheit hatte den richtigen Riecher. Gut 4.170 Coins bewegt, Tippabgabequote 52 Prozent. Mein Tagesrang: Platz 19 von 26, sieben standen schlechter — Mittelmaß, weil der Sieger allein keine Bäume ausreißt.
Held & Hängematte
Der Held ist Ousmane Dembélé, der aus einer halben Mannschaft eine ganze Demonstration machte — drei Tore, ehe Norwegen begriff, dass „durch sein” und „schon Feierabend” zwei verschiedene Dinge sind. Die Hängematte gehört Erling Haaland: groß angekündigt im Torjäger-Duell, am Ende ohne Treffer, dazu der verschossene Elfer seines Nebenmanns und vier Gegentore. Norwegen ist trotzdem im Sechzehntelfinale — aber als Gruppenzweiter, und mit einer Lektion über den Unterschied zwischen Rotation und Nachlässigkeit.
Der Blick nach vorn
Frankreich nimmt Gruppe I als Sieger und geht damit dem dicksten Brocken im Achtelfinale aus dem Weg — genau das Schaufenster, das angeblich keins war. Norwegen folgt als Zweiter. Und während ich noch über Dembélé staune, läuft im Parallelspiel ein Senegal heiß, das eine ganz eigene Rechnung offen hat. Die rechne ich gleich nebenan ab — sie ist mir ähnlich teuer geworden.