Argentinien – Österreich: Der Gruppengipfel zweier Auftaktsieger
Die These
Argentinien gewinnt den Gipfel souverän — der Weltmeister ist Österreich eine Klasse voraus, und der Fluch des Titelverteidigers schläft auch am zweiten Spieltag weiter.
Der Faktenkasten
Die Lage
Sieger gegen Sieger, und der Gewinner hat ein Bein im Achtelfinale — schöner kann ein zweiter Spieltag kaum anfangen. Argentinien hat Algerien souverän und zu null abgefertigt, die eingespielte Weltmeister-Maschine läuft. Österreich wiederum hat unter Ralf Rangnick aus einer soliden Mannschaft eine konstante gemacht und Jordanien kontrolliert mit 3:1 bezwungen — mit Alaba und Arnautović, den beiden alten Recken, die mit einem Bein im Ruhestand ihre erste WM erleben. Mein Röntgenblick sieht eine reife österreichische Kabine, die niemandem etwas schenkt. Nur ist „niemandem etwas schenken” gegen diesen argentinischen Kader meistens zu wenig.
Die Klasse spricht klar für die Albiceleste. Österreich kann ärgern; gewinnen wird es nur, wenn Argentinien einen rabenschwarzen Tag erwischt.
Abseits des Platzes
Es ist das Duell zweier Fußball-Philosophien: hier der globale Superstar-Kader, getragen von einem ganzen Kontinent voller Sehnsucht; dort das Kollektiv aus der deutschen Bundesliga, gebaut von einem Trainer, der lieber Strukturen als Namen sammelt. Ich habe für beides etwas übrig — den Glanz der einen, die Geduld der anderen. Und ich gönne den zwei österreichischen Oldies diesen Abend von Herzen; ein alter Mann erkennt den anderen. Dass ich trotzdem gegen sie tippe, ist keine Lieblosigkeit, sondern Arithmetik.
Was die Welt erwartet
Drei von fünf sehen Argentinien, nur knapp jeder Sechste die Österreicher — die Quote nennt es ein offeneres Spiel als ein Favoritensieg gegen einen Außenseiter, und da hat sie recht. Es wird kein Selbstläufer, aber ein klarer Favorit bleibt der Weltmeister.
Brunos Ansage
Argentinien gewinnt 2:0. Kein Anschlag, kein Spektakel — diesmal tippe ich den Weltmeister mit kühlem Kopf, sauber durchgezogen. Meine drei Häkchen, Standardpensum:
Den dicken Anschlag hebe ich mir für ein Spiel auf, bei dem die Quote mir mehr Spielraum lässt. Gegen einen Weltmeister, der bei eins zu acht steht, reicht das Standardpensum — und der Kopf sagt: Das hier geht klar an die Albiceleste.