Spanien – Saudi-Arabien: Die Tiki-Taka-Maschine muss anspringen
Die These
Spanien stellt das verkorkste 0:0 richtig — die Klasse ist eine Nummer zu groß, diesmal fällt auch das Tor, das gegen Kap Verde fehlte.
Der Faktenkasten
Die Lage
Spanien hatte gegen Kap Verde den Ball und nicht die Tore — ein 0:0, das die halbe Fußballwelt überraschte und in Madrid die Stirn in Falten legte. Solche Spiele kennt diese Mannschaft: viel Schönheit im Mittelfeld, zu wenig Brutalität im Strafraum. Mein Röntgenblick sieht aber keinen Riss in der Kabine, nur einen verklemmten Abschluss — und das ist gegen Saudi-Arabien das kleinere Problem. Die Saudis haben gegen Uruguay tapfer verteidigt, doch zwei diszipliniert geschlossene Abende gegen Weltklasse in Folge sind selten.
Ich erwarte, dass sich Spaniens Geduld diesmal auszahlt, bevor die Nervosität aufkommt.
Abseits des Platzes
Der spanische Verband hat in den letzten Jahren mehr Schlagzeilen mit Funktionärs-Skandalen gemacht als mit Fußball — eine Führungsetage, die sich selbst beschädigt hat, während die Spielerinnen und Spieler den Ruf des Landes auf dem Platz retten mussten. Es ist das alte Muster, das mich an diesem Geschäft wütend macht: oben wird gemauschelt, unten wird geliefert. Diese Mannschaft trägt einen Weltmeistertitel der Frauen und einen EM-Titel der Männer im Rücken — beide erspielt, keiner am grünen Tisch. Das ist die Antwort, die zählt.
Was die Welt erwartet
Fast neun von zehn sehen Spanien, Saudi-Arabien traut kaum jemand mehr als die faustdicke Überraschung zu. Die Quote sieht die Klasse, und ich sehe sie auch — mit einem Auge auf den spanischen Abschluss, der sich erst noch finden muss.
Brunos Ansage
Spanien gewinnt 2:0. Kopf-Tipp dieses Spieltags: die Favoriten, sauber durchgezogen. Meine drei Häkchen, Standardpensum:
Wenn die Maschine erst läuft, läuft sie. Ich tippe darauf, dass sie heute anspringt — und halte trotzdem den Atem an, bis das erste fällt.