Deutschland – Elfenbeinküste: Nach dem 7:1 kommt das echte Maß
Die These
Deutschland bestätigt das 7:1 — aber die Elfenbeinküste schießt das Tor, das Curaçao verwehrt blieb, und macht aus der Gala einen Sieg mit Gegenwehr.
Der Faktenkasten
Die Lage
Ein 7:1 ist eine herrliche Zahl und eine gefährliche Droge. Deutschland hat Curaçao zerlegt, klar — nur war Curaçao der kleinste Brocken der ganzen Gruppe. Die Elfenbeinküste ist etwas anderes: ein 1:0 zum Auftakt, unspektakulär, aber abgeklärt, mit einer Abwehr, die hinten dichthielt. Mein Röntgenblick sieht da keinen Selbstläufer, sondern den ersten echten Gradmesser für diese deutsche Mannschaft. Wer sieben schießt, gegen den stellt sich der nächste Gegner anders auf.
Ich traue der deutschen Offensive trotzdem zu, dass sie auch eine kompakte Elf knackt — nur eben nicht zu null.
Abseits des Platzes
Die Elfenbeinküste ist die stille Großmacht des afrikanischen Fußballs: zweimal Afrikameister, eine Diaspora, die halb Europas Topligen bevölkert, und ein Land, das nach Jahren der Spaltung gelernt hat, sich hinter seiner Nationalelf zu versammeln. Didier Drogba hat einst mit einem Appell mitgeholfen, einen Bürgerkrieg zu beruhigen — wenn mir einer erzählt, Fußball und Gesellschaft hätten nichts miteinander zu tun, erzähle ich ihm diese Geschichte. Heute kommt diese Tradition nach Nordamerika, und ich drücke ihr die Daumen, auch wenn ich gegen sie tippe.
Was die Welt erwartet
Knapp zwei von drei sehen Deutschland, nur jeder Sechste die Ivorer — die Quote rechnet das 7:1 ein und die Heimstärke gleich mit. Ich auch, mit dem warnenden Blick auf eine Abwehr, die zum Auftakt nichts zuließ.
Brunos Ansage
Deutschland gewinnt 3:1. Bei meinem Heimatland darf das Herz ausnahmsweise mittippen — der Kopf kommt diesmal zum selben Schluss. Meine drei Häkchen, Standardpensum:
Sieben Tore schießt man nicht zweimal in Folge. Drei reichen auch — und einen Gegentreffer gönne ich den Ivorern.