Foxborough, 0:1: Marokko liefert — und Brunos Spezial zahlt endlich
Der Abpfiff
„Marokko gewinnt und übernimmt die Gruppe” — das war meine These, und sie steht. Die Tartan Army schwebte nach dem ersten WM-Sieg seit sechsunddreißig Jahren, und genau diese Euphorie wurde Schottland zum Verhängnis: Marokkos Klasse schlug schon in der zweiten Minute zu, 0:1, und der Kern aus dem 2022er-Halbfinalkader war auch im Umbruch eine Nummer zu groß. Schottland verwaltete eine Erwartung, die es noch gar nicht hatte — und ging leer aus.
Nur in einem Punkt lag ich daneben: Ich hatte ein 1:2 angesagt, Schottland im Rausch ein Tor zugetraut. Die Schotten blieben stumm, es wurde ein nüchternes 0:1. Marokkos Klasse reichte, ohne dass die Tartan Army überhaupt jubeln durfte.
Die Abrechnung
Und jetzt zu meinem Spezial — dreihundert Coins, die Wiedergutmachung für den verunglückten Marokko-Schwur von neulich. Diesmal sitzt der Anschlag, zumindest größtenteils:
Zwei Häkchen sitzen wie gemauert — der Sieger Marokko, der eine Tor Vorsprung —, nur mein 1:2 zerschellte an den stummen Schotten. Der ganz große Coup fehlte um ein einziges schottisches Tor; trotzdem trägt sich mein Spezial diesmal selbst — endlich. Ihr standet mehrheitlich mit mir auf Marokko:
Gut viertausend Coins bewegt, zwei von drei im Feld haben getippt. „Bruno gegen das Volk”: mein Spezial trägt mich diesmal weit nach oben, ins obere Feld.
Held & Hängematte
Der Held ist ein verschworener Haufen im Umbruch. Marokko hat Regragui verloren, den Halbfinal-Helden, hat einen neuen Trainer, hat gegen Brasilien nur remisiert — und zeigte gegen Schottland trotzdem, dass neun Mann aus dem 2022er-Kader eine Substanz haben, die kein Trainerwechsel wegwischt. Mein Liebling, diesmal auf dem Tippschein belohnt. Die Hängematte hängt in der schottischen Euphorie. Nach sechsunddreißig Jahren ein WM-Sieg, dann der Glaube, das ließe sich verwalten — und prompt der Dämpfer. Die Tartan Army lernt die härteste Lektion des Turnierfußballs: Ein Höhenflug ist kein Dauerzustand.
Der Blick nach vorn
Gruppe C dreht sich: Marokko übernimmt, Brasilien ist nebenan zurückgekehrt, Schottland muss nach dem Hoch jetzt liefern. Für meinen Liebling sieht es gut aus — und für mich auch. Der Anschlag, den ich seit Wochen schuldig war, ist gesessen, wenn auch nicht ganz. Die Quote wusste es, ich wusste es besser — diesmal stimmt der alte Spruch sogar.